8. September 2014

Dorf Idylle auf tropischen Inseln

- mit oeffentlichen Verkehrsmitteln ueber die die Insel -
 
 Von der Insel New Britain fahren wir direkt am naechsten morgen mit einem kleinen Bananenboot weiter nach New Ireland, einer kleineren dahinterliegenden Insel. Hier gibt es nur einen Ort (Kavieng) dem die Bezeichnung “Stadt” zugesprochen werden kann, der Rest der Insel besteht aus kleinen Bambushuetten-Doerfern.
Das 21. Jahrhundert hat hier gluecklicherweise noch nicht begonnen, Strom gibt es wenn ueberhaupt nur vom Generator, Toiletten sind ein Loch im Boden und geduscht wird im Meer, Fluss oder mit einem Eimer ueber dem Kopf.

4. September 2014

Fehlstart

-Einreise nach PNG, Ankunft in Port Moresby-


Kurz nach Mitternacht landen wir in Cairns. An diesem Flughafen muessen wir noch ueber 10 Stunden totschlagen bis unser Anschlussflug nach Port Moresby in Papua New Guinea startet.
Als die Zeit endlich um ist wollen wir nichts ahnend unser Gepaeck aufgeben und schnell einchecken, doch statt dessen bedginnt eine nervtoetende Odysee. Die Frau am Schalter will unsere Visa sehen. “Haben wir noch nicht, die beantragen wir on arrival!” …dann unser Flugticket um PNG wieder zu verlassen. “Haben wir auch nicht, wir werden das Land auf dem Landweg ueber Indonesien verlassen”. Obwohl wir vorher mehrmals gecheckt haben, das dies kein Problem ist, weigert man sich strickt uns fuer den Flug einzuchecken.

17. August 2014

In die naechste Runde...

- Rueck- und Vorrausblick -



Genau 367 Tage waren wir in Australien – Zeit fuer ein neues Kapitel.

Mit Australien verbindet uns eine Hass-Liebe. Grossartige Natur-Erlebnisse, aber wenig Kultur-Erfahrungen. Bequemes und einfaches Reisen, aber ein relativ geringer Abenteuer-Faktor. Viele viele Tiere, aber noch mehr andere Touristen. Trotzdem moechten wir natuerlich nicht daran zweifeln, dass wir hier eine wirklich tolle Zeit verbracht haben, viele fantastische Dinge erlebt haben und noch dazu eine Menge Geld verdienen konnten.
Die letzten 2 Wochen haben wir in Perth fast ausschiesslich damit verbracht alle moeglichen, nervigen und unangenehmen Dinge zu organisieren. Zum ersten mal in meinem Leben habe ich beispielsweise eine Steuererklaerung gemacht. Auf englisch! Fluege buchen klappt ja bekanntlich auch nie auf Anhieb, ebenso wie alles andere, was mit Internet und Technik zu tun hat.
Ausserdem waren wir shoppen: Komplett renoviert geht es nun in die naechste Reiserunde. Wir sind ein Update unserer selbst und waren noch nie zuvor so gut ausgestattet. Kamera, Klamotten, elektro Kram – alles neu. Der aufmerksame Betrachter wird hoffentlich die bessere Qualitaet unserer Fotos sowie die fehlenden Flecken (auf Fotos und Linse unserer alten Kamera) bemerken. Natuerlich ist uns bewusst, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis uns alles geklaut wird, wir es verlieren oder kaputt machen. Wir sind darauf vorbereitet, mental...glaube ich...
Ich befinde mich am Flughafen und in ein paar Stunden geht unser Flieger zum neuen Ziel:
PAPUA NEW GUINEA
Obwohl es das geographisch am naechsten an Australien liegende Land ist, war bereits die Suche nach einem entsprechendem Reisefuehrer eine wochenfuellende Aufgabe. Nachdem wir endlich den Lonely Planet PNG kaeuflich erwerben koennen, ist dieser ungewoehnlich duenn, enthaelt aber eine Menge vielversprechender Reisetips. Z.B.: "der Junge im Haus am Ende der Strasse hat ein (!!!!) Schnorchelset, dass er an Touristen vermietet", oder: "Bei Ankunft auf der Insel als erstes beim Stammesoberhaupt melden, da dieser sonst beleidigt ist". Grossartig!
Bisher haben wir  keine einzige Person getroffen die jemals in diesem Land war oder gereist ist. Warum auch?  Das Reisen ist kompliziert und teuer, das Essen schlecht, ebenso wie die Strassen und das katastrophale Transport-System. Internet ist so gut wie nicht existent und die Liste der Ort die man als Tourist besser nicht besucht lang....
Vielleicht gerade deswegen? Ich gehe davon aus, dass PNG das untouristischste Land sein wird indem ich je gereist bin. Warum genau wir uns dieses Ziel eigentlich ausgesucht haben weiss ich auch nicht mehr, aber ich erwarte viel!


Mitte September findet in Goroka ein grosses Kultur-Festival statt, dass wir besuchen wollen und ansonsten spielen wir ein bisschen Robinson Crusoe, besuchen Doerfer, Staemme und einsame Inseln und ernaehren uns von Kartoffeln mit Kartoffeln.
Das wird ein Spass!

Natur, Tiere und gutes Essen.


- Roadtrip Adelaide nach Perth durch den Nullarbor - 


Angekommen in Adelaide beschaeftigen wir uns als erstes mit der Frage der Weiterreise. Entlang der Suedkueste wollen wir durch den Nullarbor bis nach Perth. Busse sind teuer, der Zug erst recht und beim Fliegen wuerden wir schliesslich nichts von der Strecke sehen.
Da wir ja bekanntlich Glueckskinder sind finden wir bereits nach 2 Tagen eine Anzeige von Emilie im Internet. Sie hat einen Jeep, plant genau diese Strecke zu fahren und sucht 2 Reisepartner um die Kosten zu teilen. Ein persoenliches Treffen spaeter ist die Sache unter Dach und Fach. Nicht nur unsere Reiseplaene stimmen ueberein, wir sind uns auch auf Anhieb sympatisch uns weitere 3 Tage spaeter geht es los. 


Emilie, Franzoesin, 30 Jahre, Weltenbummlerin,
ulkiger trockener Humor, super im Tierstimmen imitieren


















Nach der ersten Uebernachtung auf dem windigen aber wunderschoenen Lookout der Flinders Ranges erreichen wir Port Augusta und stoppen vor der Touristen Information. Am Jeep leuchtet ein ominoeses rotes Licht. Was genau das bedeutet wissen wir nicht, aber die Erfahrung hat gelernt: ein rot aufleuchtendes Licht bedeutet meist nichts Gutes. Richtig! Der Jeep laesst sich nicht wieder starten. Zum Glueck hat Emilie fuer solche Katastrophen eine Versicherung abgeschlossen, wir muessen bloss eine Nummer anrufen und es wird sich um alles gekuemmert. Zwar wissen wir bis heute nicht was genau dieses Teil ist, aber der "Alternator" war kaputt und musste ausgetauscht werden. Der Jeep uebernachtet in der Werkstatt, wir auf Kosten der Versicherung im Hotel bis alles repariert ist. Perfektes Timing, waere das Problem irgendwo hinter Port Augusta, also mitten im Nirgendwo in der Wueste aufgetreten, haette es sicher keine schnelle Hilfe gegeben, vielleicht noch nichtmals ein Handy Netz…
Flinders Ranges vor Port Augusta













Niemals zugeben, wenn man von etwas keine Ahnung hat...

 




















Im Gegensatz zu unserem letzten Roadtrip durch die Mitte des Landes liegen auf dieser Route keine bekannten, grossartigen touristischen Highlights was wiederum nicht bedeutet, dass es hier nichts zu sehen gibt. Unser Trip ist bis zum platzen vollgestopft mit erstklassigen Straenden, wunderschoenen, einsamen Campingplaetzen, jeder Menge Tiere die wir in der Natur beobachten und faszinierneden Strassen die immer geradeaus fuehren.
kein Schnee, sondern weisser Sand

Die Liste der persoenlichen Traumstraende laesst sich in Australien
sehr einfach erweitern. Die Buchten im "Cape le Grand National Park"
stehen defuinitiv mit drauf













tolles Auto!


auch hier gibts roten Sand











das magische Buch, indem alle kostenlosen (und kostenpflichtigen)
Campingplaetze in Australien verzeichnet sind


Fachwerkhaus in Australien

























Besonders in punkto Verpflegung ist kaum mehr eine Steigerung moeglich. Wir uebertreffen uns jeden abend selbst mit der Zubereitung allerbester Speisen in unserer improvisierten Outdoor-Kueche oder ueberm Lagerfeuer. Ich bezweifele sehr, dass es jemals Backpacker gab die auf diesem Trip so gut gespeisst haben wie wir. Eines unserer kulinarischen Highlights war z.B. eine Tuete voller Fische die der Tankwart in Ceduna uns freundlicherweise geschenkt hat. Nachdem Kenneth die Fische entschuppt und ausgenommen hat wickeln wir sie mit Knoblauch, Zwiebeln und Gemuese in Alufolie und legen sie auf die gluehenden Kohlen. koestlich! und so einfach!























Austern im Oyster capital of the Australia: Ceduna












Das ungeschlagene Highlight der Tour ist das Whalewatching am "Head of Bight". Bisher haben wir die Wahlsaison an allen bisher bereisten Kuesten immer genau verpasst. Dies soll sich nun endlich aendern: Wir befinden uns zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Das besondere an der Suedkueste Australiens ist, dass die Wahle hier von Mai bis September direkt vor der Kueste liegen und sich bestens vom Land aus beobachten lassen. Fuer unser Reisebudget bedeutet das, dass wir keine ueberteuerte Bootstour buchen muessen, sondern lediglich 15 Dollar Eintritt bezahlen um die Wahle von einem Boardwalk an der Kueste den gesamten Tag lang beobachten zu koennen.
Unsere Befuerchtung keinen Wahl zu Gesicht bekommen war absolut unbegruendet, direkt bei unserer Ankunft sehen wir ca 20 Tiere gleichzeitig. Manche etwas weiter draussen, andere nur ca 50m von uns entfernt, direkt vor den Klippen. Auch ohne Fernglas kann man bestens beobachten wie die bis zu 18m langen Tiere direkt unter der Wasseroberflaeche treiben, sich gelegentlich drehen, mit lautem Getoese Luft ausprusten oder mit ihrer riesigen Schwanzflosse aufs Wasser schlagen. Fast alle Wahle haben ihren Nachwuchs dabei der spielend um die grossen herum schwimmt und springt.
Zusammenfassend: Wir sind begeistert und haben selten 15 Dollar in Australien so gut investiert.

der Boardwalk
























Waehrend des Fahrens aendert sich die Umgebung staendig. Neben dem Auto-Spiel “schlage deinen Nachbarn wenn Du ein gelbes Auto siehst” gibt es auch “errate die Szenerie hinter dem naechsten Huegel. "Nullarbor" (lateinisch fuer "kein Baum") heisst der grosse Wuestenabschnitt den wir durchqueren. Ausser Roadhouses zum Uebernachten und den kostenlosen Rest Areas an denen wir stoppen gibt es hier wirklich NICHTS. Das mit den nicht existierenden Baeumen stimmt hingegen nicht so wirklich. Meistens sind es zwar eher Buesche oder Gestruepp die vor unseren Fenstern vorbeiziehen, aber trotzdem haben wir nie Probleme genug Feuerholz fuer die abendliche Waerme-Produktion zu finden.
Feuerholz Suche













Australiens laengster gerader Streckenabschnitt












Neben den vielen sympatischen Tieren denen wir auf der Strecke begegnen (wie zB Wahle, Delphine, Seeloewen, Emus, Possums, allen moeglichen Voegelarten und vielen vielen Kangurus) bleibt eine Zusammenkunft mit meinen Feinden den Spinnen natuerlich auch nicht aus. Seit Kenneth heldenhaft eine fiese Riesen-Spinne aus Emilies Zelt entfernt hat bin ich panisch. Wenn ich zum Beispiel darueber in Kenntnis gesetzt werde, dass im Klohaeuschen eine solche sitzt, betrete ich dieses definitiv nicht mehr und gehe lieber in den Busch pinkeln…denn im Busch gibt es ja bekanntlich absolute keine ekligen Tiere und Spinnen…Der Unlogik meiner Handlungen bin ich mir durchaus bewusst, aber solange ich die Spinne nicht sehe und somit nicht weiss, dass sie direkt neben mir existiert habe ich auch keine Angst vor ihr.
Seeloewen am Pt Labratt

Kangurus direkt neben unserm Zelt..


...und neugierig am Kofferraum




















































baehhhhhh!


















Im "Valley of the giants" ueben wir uns im Klettern. Der Treetop walk auf ca 40m hohen Haengebruecke war noch harmlos. In Pemberton wartet der Glucester Tree auf uns. Frueher als Ueberwachungs-Ausguck zur Praevention von Buschbraenden genutzt, darf heute jeder Tourist (ohne Hoehenangst und Flip Flops) dort hinaufklettern. Eine wahnsinning unsicher aussehende Konstruktion aus in den Stamm gehauener Metallstaebe dient als Leiter. Gesichert wird man nicht und ich bin ueberrascht, das eine solche Kletterpartie im organisierten Australien erlaubt ist.

Treetop walk im "Valley of the giants"


Baumhaus auf 54 m Hoehe

selbst ich habe Hoehenangst...

...Kenneth nicht!

Camping im Vorgarten von Emilies Freunden in Margaret River,
der Weinregion

als echte Franzoesin hat Emilie natuerlich ein Boule-Spiel im Jeep -
wie in jedem anderem Praezesions Spiel bin ich auch in diesem
grotten schlecht!

Hacky Sacken, immer und ueberall.
Anita: Wir trainieren!

kollektiv suechtig: "Yanif" ein Iraelisches Kartensiel.
wir koennen nicht mehr aufhoeren zu spielen.